findet breite Anwendung im sog.
Reforming der Petrochemie („Platforming“). Darunter versteht man die Veredelung von Rohölfraktionen zur Erhöhung der Octanzahl. Hierbei werden insbesondere (Cyclo-)Alkane in klopffestere aromatische Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Als Cokatalysatoren werden
Rhenium („Rheniforming“), Iridium oder Zinn eingesetzt.
Einige petrochemische Isomerisierungs- und Crackprozesse (z. B. die Bildung verzweigter Alkane aus n-Alkanen, das FCC-Verfahren, Entwachsen, die Synthese von para-Xylol aus meta- und ortho-Xylol, die Isobutensynthese zur Herstellung des Additivs Methyl-tert.-butylether „MTBE“) sowie bestimmte Oxidationen (z. B. die Dehydrierung von Alkanen und Alkenen) laufen ebenfalls auf Basis von Pt-Trägerkatalysatoren. Auch umgekehrte Reaktionen, z. B. die Reduktion von Benzol zu Cyclohexan, sind möglich.
Platin ist auch katalytisch aktiv für Hydrierungen zur Reduktion funktioneller Gruppen wie C=C, C=O, C=N ohne Hydrogenolyse bzw. von Nitroaromaten zu Anilinderivaten. Ein spezifischer Prozess ist die reduktive Herstellung von Hydroxylamin (NH2OH) aus NO am Pt-Kontakt.
Für GTL-Katalysatoren („Gas-to-Liquid“) kann Pt als Cokatalysator eingesetzt werden.
Pt-Katalysatoren dienen ferner der Beseitigung von Nebenprodukten wie z. B. Kohlenmonoxid (CO) in Feingasen (z. B. hochreinem Wasserstoff).
Pt-haltige Beschichtungschemikalien von Heraeus sind z. B.:
• Dihydrogen-hexachloroplatinat(IV)-Hydrat, H2[PtCl6]•nH2O („CPA“)
• Platin(II)-nitrat, Pt(NO3)2
• cis-Diammindinitritoplatin(II)-Lösung, cis-[Pt(NO2)2(NH3)2]
• Tetraamminplatin(II)-chlorid-Hydrat, [Pt(NH3)4]Cl2•nH2O
• Tetraamminplatin(II)-hydrogencarbonat, [Pt(NH3)4](HCO3)2
• Tetraamminplatin(II)-hydroxid-Lösung, [Pt(NH3)4](OH)2
• Tetraamminplatin(II)-nitrat-Lösung, [Pt(NH3)4](NO3)2
• Platinsulfit-Lösung
• 2-Hydroxyethylammonium-hexahydroxoplatinat(IV)-Lösung „Pt EA“